Gibt es hier nur Rassisten?

Versuch einer selbstkritischen Auseinandersetzung zum Thema Gendern

Die Frage, warum im Bündnisaufruf nur die Rede von Rassisten ist und andere Geschlechteridentitäten ausgeklammert werden, kann eigentlich nicht befriedigend beantwortet werden. Ohne sich zu rechtfertigen, kann gesagt werden, dass Entscheidungen in Bezug auf Wolgast schnell fallen mussten und somit wichtige Diskussionen außen vor blieben. Sicherlich ist das Thema Sexismus, genau wie in der Gesamtgesellschaft, auch in der Linken von MV nach wie vor verankert und wird bei vermeintlich wichtigeren Angelegenheiten oft hinten an gestellt. Die Kritik ist also berechtigt, denn antisexistische Arbeit darf auch im Kampf gegen Nazis nicht an Bedeutung verlieren!

Dass es in den Reihen der NPD und unter ihren Sympathisant_innen nicht nur männlich Sozialisierte gibt, sondern Frauen eine wesentliche Funktion in der Naziszene einnehmen darf nicht unterschätzt werden und wurde auf allen Naziaufmärschen in den letzten Jahren deutlich: Frauen treten hier nicht mehr nur vereinzelt auf, sie zeigen sich zunehmend selbstbewusster und organisierter. Nicht nur dem Rollenbild einer deutschen Mutter, die möglichst viele Nachkommen versorgt und pflichtbewusst ihren Aufgaben nachkommt, entsprechend, sondern immer mehr auch in aktiveren Rollen, wie in organisierten Frauenbünden und auch in den Reihen der autonomen und nationalen Sozialist_innen treten sie in Erscheinung. Auch wenn Frauen bisher kaum in Führenden Positionen anzutreffen sind, ist die Gefahr, die von Rassistinnen ausgeht nicht zu unterschätzen.

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