Auf nach Wolgast! – Kombinat Fortschritt mit Tips und Hinweisen für einen erfolgreichen Protest

Die NPD-Demo am 9.November in Wolgast wurde erwartungsgemäß verboten, die NPD klagt erwartungsgemäß und es ist ebenso zu erwarten dass sie damit durchkommen wird. Selbst für den Fall dass das Verbot bestand hat, rufen die Neonazis auf dennoch nach Wolgast zu kommen. Daher bleibt auch für Antifaschistinnen und Antifaschisten im Bundesland alles beim Alten. Am Freitag fahren wir nach Wolgast, um den Fackelmarsch der NPD zu blockieren. Alle die mit uns nach Wolgast kommen werden, sollten sich zuvor einige Dinge bewusst machen. So provokant und empörend die Ankündigungen der Neonazis sind, so sollte dennoch klar sein, dass es absolut kontraproduktiv wäre, sich an diesem Tag provozieren zu lassen. Unser Anliegen am Jahrestag der Reichspogromnacht einen martialischen Aufmarsch von neuen Nationalsozialisten in Wolgast zu verhindern ist ein absolut legitimes Ziel. – Kombinat Fortschritt mit Tips und Hinweise für einen erfolgreichen Protest am Freitag.

Blockieren ist unser Recht!

Antifaschistischer Widerstand gegen den Aufmarsch der NPD in Wolgast ist ein Anliegen, dass viele Menschen teilen. Menschenverachtende rechte Propaganda und die Bedrohung der Wolgaster Flüchtlinge können und wollen wir nicht ertragen und schon gar nicht akzeptieren. Es ist eine ganz einfache Frage des richtigen Handelns, die ganz unterschiedliche Menschen in Wolgast auf die Straße bringen wird. Es gibt Dinge die dürfen wir in unserer Gesellschaft nicht unwidersprochen zulassen. Dass Neonazis mit brennenden Fackeln vor ein Flüchtlingsheim ziehen wollen ist eine solche Sache, die kein Mensch dulden kann, der sich um das Wohlbefinden der Mitmenschen sorgt.

Antifaschistinnen und Antifaschisten aus Mecklenburg Vorpommern rufen daher zu Blockaden des Aufmarsches auf. Sie laden alle Bürgerinnen und Bürger Wolgasts und der Region dazu ein an diesen Blockaden mit zu helfen und erklären sich solidarisch mit allen die dieses Ziel teilen und mit anderen Aktionsformen, die bspw. vom Bündnis „Vorpommern – weltoffen, demokratisch, bunt“ bereits angekündigt wurden. Während die Antifaschist_innen aus Mecklenburg-Vorpommern in den letzten Jahren mehrfach die Möglichkeit hatten an gelingenden breiten gesellschaftlichen Widerstand gegen Naziaufmärsche teilzuhaben, ist dies in Wolgast noch nicht so selbstverständlich der Fall. Dies sollte nicht nur erkannt sondern auch anerkannt werden, denn lokale zivilgesellschaftliche Initiativen haben in diesem Sommer mit eigenen Varianten experimentiert, mit denen sie sich der menschenverachtenden Politik der Neonazis entgegengestellt haben. In Wolgast geht es nicht darum, eine Praxis gegen die andere Praxis auszuspielen. Die Beispiele Dresden und Greifswald zeigen: Blockaden können gelingen. Es ist aber auch jede und jeder willkommen sich anderen Protestformen zu denen lokale zivilgesellschaftliche Kräfte ebenfalls mobilisieren anzuschließen. Wichtig ist, dass am 9.November so viele Menschen wie möglich auf die Straßen kommen.

Besonnen aber Entschlossen – Gemeinsam gegen die NPD

Befürchtungen über die eigene Sicherheit sind angesichts der vorpommerschen Verhältnisse zunächst einmal absolut nachvollziehbar. Die NPD hat hier die größten Zustimmungen bei Wahlen erhalten. Rechte Gewalt ist eine Konstante in der Region und auch in Wolgast ist es nicht bei bloßen Hetzreden geblieben. Wir können am 9. November diesen Gefahren allerdings ruhiger ins Auge schauen, wenn wir uns gemeinsam und solidarisch miteinander gegen die Neonazis engagieren. Denn auch die meisten Bürgerinnen und Bürger in Wolgast haben keinen Bock auf einen Naziaufmarsch in ihrer Stadt. Langfristig kommt es in Wolgast auf diese Vielfältigkeit an, um rechte Propaganda und rassistische Hetze zu delegitimieren. Wenn alle an diesem Tag gemeinsam an einem Strang ziehen, wird der gemeinsame Protest für alle sicherer und damit für eine breitere Menge an Menschen mittragbar. Begebt euch dazu in Bezugsgruppen nach Wolgast, gebt aufeinander Acht und helft euch wo es notwendig ist mit den vielleicht unangenehmen Umständen besser klarzukommen. Gemeinsam sind wir stark! Proteste in Dresden und auch in unserem eigenen Bundesland haben gezeigt, dass der Widerstand gegen die menschenverachtende Propaganda der Neonazis mit Menschenblockaden erfolgreich auf die Straße getragen werden kann.

Ähnliches gilt auch für die Polizei, die am 9.November nicht das Ziel oder die Adresse der Proteste sind! Lasst euch nicht provozieren, wir kommen nach Wolgast, um die Flüchtlinge im Haus gegen die Nazis zu schützen! Wir wollen, dass der Aufmarsch nicht stattfindet! Deshalb gilt auch in dieser Frage: wir agieren besonnen, aber entschlossen. Blockieren ist unser Recht!

Tips und Hinweise rund um Demonstrationen gibt es im Demo 1×1.

Vorbereitungen auf das Wetter

Denkt bitte daran, dass das Wetter mittlerweile sehr herbstlich geworden ist. Warme regenfeste Kleidung, festes Schuhwerk sollten genauso bedacht werden, wie eine Unterlage zum draufsetzen. Eine solche Unterlage könnt ihr euch beispielsweise einfach aus einer alten Isomatte ausschneiden.Denkt bitte ebenfalls daran eine Kleinigkeit zu essen und (warme) Getränke mitzubringen, denn der Fackelmarsch ist sehr lange angemeldet. Wie immer gilt: Alkohol und/oder illegalisierte Substanzen und Drogen haben auf Aktionen nichts zu suchen und bleiben zu hause!

Wie finde ich schnell Neuigkeiten auf Twitter?

Derzeit wird bereits eine Menge an Infos über den Webdienst Twitter veröffentlicht. Menschen mit Smartphones können am Freitag unter den Hashtags #wolgast und #nonpdwlg aktuelle Tweets lesen, die sich auf Wolgast beziehen. Teilt die eingehenden Infos anderen Leuten in eurer Bezugsgruppe mit. Nicht jede Nachricht muss richtig sein, haltet euch an Gruppen oder Twitter-Accounts aus dem Umfeld der regionalen Bündnisse. Wie immer werdet ihr auf den Blockaden auch regelmäßig mit Infos versorgt. Dazu braucht ihr kein Smartphone.

Ticketverkauf läuft auf Hochtouren

Die Ticketverkäufe laufen im ganzen Bundesland auf Hochtouren. Noch ist es aber nicht zu spät. Auch in den kommenden beiden Tagen gibt es noch die Möglichkeit eine Fahrkarte nach Wolgast zu erstehen:

Rostock:

Mittwoch: 15.30 Uhr – 18.30 Uhr  im Büro des Vereins Soziale Bildung im PWH, Doberaner Straße

Donnerstag: 15.30 Uhr – 18.30 Uhr  im Büro des Vereins Soziale Bildung im PWH, Doberaner Straße

20 Uhr Vor dem Poldo

beide Tage 20-22 Uhr am Tresen im Cafe Median

 

Greifswald:

Mittoch: ab 21.00 zum Hedonistischtennis im IKuWo

Donnerstag: ab 19.00 uhr Solivokü für Wolgast im IKuWo

 

Hamburg:
Schanzenbuchhandlung
Black Ferry (Fährstr. 56)
Ticketpreis 18€
Busabfahrt 12.00 Uhr | S-Bahnhof Sternschanze

 

Berlin:
Karten und Infos über rassismus_toetet@riseup.net
oder ab 06.11. im Red Stuff (Waldemarstr. 110)

 

Quelle: Kombinat Fortschritt

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